Pflanze des Jahres 2014: Die Schwanenblume

Pflanze des Jahres 2014: Die Schwanenblume

Wie in jedem Jahr hat die Stiftung Naturschutz Hamburg, besser bekannt als „Loki Schmidt – Stiftung“, im Oktober 2013 die Schwanenblume als Pflanze des Jahres 2014 bestimmt. Ihre botanische Bezeichnung lautet Butomus umbellatus. Die griechische Bezeichnung „Butomus“ kann nicht eindeutig ins Deutsche übertragen werden. Ältere etymologische (sprachwissenschaftliche) Auffassungen brachten sie mit weidenden Rindern in Verbindung. Diese Ableitung lässt sich nicht halten, weil Rinder diese Pflanze als Futterpflanze meiden. So ist wohl eine Übersetzung richtiger, die sich auf ihre scharfen Laubblattränder bezieht.
„Umbellatus“ weist eindeutig auf den doldenähnlichen Blütenstand hin. Als deutsche Bezeichnungen sind neben Schwanenblume noch Wasserliesch und Blumenbinse bekannt.
Der Name Schwanenblume verrät uns ihren Standort im Schilfdickicht, nämlich eben dort wo die Schwäne brüten.
Die Schwanenblume gehört systematisch zur Klasse der Monocotyledonae (Einkeimblättrigen) und weiter zur Familie Butomaceae, deren einziger Vertreter sie ist.
Verwandt ist sie mit den Familien der Froschlöffelgewächse (Alismataceae) und Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae).
Die Schwanenblume ist eine ausdauernde, etwa gut 1m hohe Sumpfpflanze, die sich mit einem ausgeprägten Wurzelstock an unterschiedliche Wasserstände anpassen kann. Bei großer Wassertiefe bildet sie nur bandförmige flutende Wasserblätter aus. Meistens findet man sie mit dreikantigen, rinnenförmigenÜberwasserblättern, die an Schilfblätter erinnern.
Die doldenähnliche Blüte ist sehr attraktiv und lockt mit ihrem Honigduft Fliegen, Bienen und Hummeln an. Die stielrunden und laubblattlosen Blütenstände gehen aus den Blattachseln hervor. Sie bilden am Ende eine Scheindolde mit zarten und langen Blütenstielen. Die Einzelblüte hat ein 6zähliges Perigon ( Blütenhülle ) von rötlich weißer Farbe mit dunkleren Streifen. Es sind 9 Staubblätter vorhanden, und am Blütengrund stehen 6 zusammenhängende dunkelrote Fruchtknoten aus denen nach Befruchtung sechs samenreiche Balgfrüchte entstehen. Die Schwanenblume ist streng selbststeril.

Schwanenblume im Schilfgürtel der Ems bei Warendorf,
Fotos Ursula Jörgens

Schwanenblume im Schilfgürtel der Ems bei Warendorf,
Fotos Ursula Jörgens

Neben der geschlechtlichen Vermehrung kann sich die Schwanenblume über ihren Wurzelstock auch vegetativ ausbreiten. Der Wurzelstock ist außerdem sehr stärkereich und wurde besonders bei asiatischen Völkern in der Herdasche gebacken und verzehrt.
In alten Arzneibüchern wurden Rhizome und Samen der Schwanenblume als pflanzliche Heilmittel geführt.
Auch die schilfartigen Blätter waren den Menschen von Nutzen.
Nach Dr. Runge ist die Schwanenblume in ganz Westfalen an den größeren Flüssen mit ihren Nebenflüssen zerstreut zu finden. Von den Flüssen ist sie auch in die Kanäle eingedrungen.Viele Menschen möchten sich diese schöne Pflanze in den heimischen Garten an den Teich holen. Wegen der akuten Gefährdung (Rote Liste 3) der Schwanenblume sollte man sich an die Gartencenter wenden, die diese Pflanze gezüchtet anbieten.

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